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Heinz Erhardt kommt wieder auf die Bühne

„Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit.“ Wer Sprüche von Heinz Erhardt hört oder liest, bei dem dürften früher oder später die Mundwinkel nach oben wandern. „Grinsen“, sagen die meisten dazu. Und der Humorist selbst? „Seien Sie mal immer komisch“, wahrscheinlich. Er hat genau das geschafft: Bis heute gilt Heinz Erhardt als einer der größten Entertainer der Nachkriegszeit. Und das nicht nur aufgrund seiner Gedichte. Heinz Erhardt steht auch für humorvolle, ehrliche Musik.

Künstler ehren Erhardt bei Hamburg Sounds
Über 40 Jahre lang lagen bislang unveröffentliche Werke von Heinz Erhardt auf dem Dachboden in seinem Haus. Entdeckt hat sie die Enkelin des Künstlers. Gemeinsam mit der NDR Bigband und Künstlern wie Stefan Gwildis und Tom Gaebel wurden ausgewählte Stücke eingespielt. Zur CD „Seine Lieder“ gibt es jetzt auch das Konzert. In einer besonderen Ausgabe von NDR 90,3 Hamburg Sounds werden die NDR Bigband, Stefan Gwildis, Tom Gaebel, Hannelore Hoger sowie einige Überraschungsgäste Musik und Wort des Künstlers auf der Bühne im Rolf Liebermann Studio präsentieren.

Der komplizierte Weg zum Erfolg
Pendeln zwischen zwei Ländern. Das ist jahrelang Alltag für Heinz Erhardt. Und zwar zwischen Lettland und Deutschland. Am 20. Februar 1909 beginnt das Leben des Entertainers in Riga. Seine Eltern trennen sich, sein Vater geht als Kapellmeister nach Hannover. Mit vier Jahren gibt’s den ersten Klavierunterricht, mit 17 startet Erhardt sein Volontariat bei einem Musikalienhandel in Leipzig und muss dann doch wieder nach Riga, um den Musikalienladen seiner Großeltern zu übernehmen. Das Leben zwischen Deutschland und Lettland, das dauert jahrelang. Erst Erhardts Frau Gilda Zanetti kann ihn überzeugen, es beruflich in Deutschland zu versuchen. Mit ihr bleibt Erhardt bis an sein Lebensende zusammen.

Ab nach Hamburg
Beim NWDR – der erste Radiosender, dem die englische Besatzungsmacht eine Sende-Lizenz erteilt hat – moderiert Erhardt die Radioreihe „So was Dummes“. 1947 kommt für den Moderator auch als Schauspieler der Durchbruch: Mit der Komödie „Lieber reich, aber glücklich“. Nur ein Jahr später zieht Erhardt mit seiner Familie in ein kleines Haus in Wellingsbüttel. Dort, im Hamburger Norden, bleibt er zeitlebens wohnen. Also 35 Jahre lang.

Ein Leben für die Sprach-Kunst
Mit dem Erfolg kommt die Sorge des Falls. Erhardt arbeitet fast pausenlos. Im Dezember 1971 erleidet der Wahl-Hamburger einen Schlaganfall. Er überlebt, ist aber von nun an halbseitig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Mit 70 Jahren erhält Heinz Erhardt das Bundesverdienstkreuz. Kurze Zeit später, 5. Juni 1979, stirbt er. Auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf wird Heinz Erhardt beigesetzt. Seine Sprachwerke – egal, ob festgehalten in Gedichten oder Liedern – sind bis heute Kult.


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